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Zeittafel
Kolyma, Auschwitz, Balkankonflikt.


Józef Szajna, Amaisenhaufen

KOLYMA

1928-1929
Es wurden die Goldlagerstätten im Kolymagebiet festgelegt und bald darauf wurde mit dem Abbau begonnen.

13.11.1931
Es wurde das Kombinat für Straßenbau und Industrie (Dalstroj) mit Sitz in Magadan an der oberen Kolyma gegründet und mit der Aufgabe beauftragt, Rohstoffe abzubauen sowie das sog. Fernöstliche Land zu erschließen und zu industrialisieren.

04.02.1932
Das erste Schiff legte an dem Ort an, angekommen waren der erste Direktor des Kombinats Dalstroj, der verdiente und hochrangige NKWD-Funktionär P.E. Bierzin und die ersten zehn Häftlinge.

01.04.1932
Es wurde der Befehl zur Bildung des Siewwost³ag ("Arbeits- und Umerziehungslager des Nordostens"), zu einem Komplex von Gulags, erlassen, die dem Kombinat Dalstroj Arbeitskräfte sichern sollten.

Oktober 1932
Mit dem Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der UdSSR [KC WKP(b)] wurde der Tätigkeitsbereich des Dalstroj als ein autonomes Territorium ausgegliedert.

1932/1933
Von den 11.100 Häftlingen (Stand vom Oktober 1932) überlebte nur ein Viertel (25%) den Winter.

1933
Bierzin erließ eine Anordnung über die "Verfahrensweise bei der Normierung der Arbeitszeit der Häftlinge" in der Absicht, die Ausnutzung der Arbeitskräfte zu rationalisieren und die Lagervorschriften abzumildern, damit u.a. die Sterblichkeitsquote gesenkt werden konnte.

01.01.1934
Durch neue Transporte von kriminellen und politischen Häftlingen wurde die Gesamtzahl der Insassen von Siewost³ag auf 30.000 erhöht.

1935
Bierzin prangerte brutale Behandlung der Häftlinge, schlechte Lebensbedingungen und unberechtigte Verlängerung des Strafmaßes sowie andere Übergriffe als "Gefährdung bei der Erfüllung von Plansoll und politischen Zielen" von Dalstroj an.

1936
Der Tätigkeitsbereich von Dalstroj wurde auf 700.000 qkm erweitert.

1937
Die Zahl der Häftlinge stieg im Jahre 1935 von 36.000 auf über 70.000, die abgebaute Goldmenge hingegen von 14,5 Tonnen auf 51,5 Tonnen.

März 1937
Bierzin gibt Meldung über einen Hungerstreik und eine "Verschwörung" von 200 Häftlingen, "Trotzkisten", die zum Tode verurteilt und erschossen wurden.

Juni 1937
Bei einem Plenum des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der UdSSR übte Stalin Kritik an der Vorgehensweise der Kommandanten der Kolyma-Lager und stellte sie als "verweichlichend" und zu häftlingsfreundlich dar.

Dezember 1937
Bierzin wurde mitsamt seinen Stellvertretern nach Moskau abberufen, verhaftet, der Spionage beschuldigt und im August 1938 erschossen.

17.01.1938
Die Klagen der Parteizeitung "Sowietskaja Ko³yma" über die Härte des von dem neuen Kommandanten K.A. Pawlow eingeführten totalen Regimes und die von S.N. Garanin, Chef der NKWD in Siewwost³ag, durchgeführten Massenexekutionen tat Stalin als "demagogisch und unberechtigt" ab.

04.03.1938
Der Rat der Volkskommissare der UdSSR fasste den Beschluss, dass Dalstroj fortan nicht mehr wie bisher dem Rat für Arbeit und Verteidigung unterstehen soll, sondern dem NKWD unterstellt wird.

Dezember 1938
Auf dem Weg in die Kolyma-Lager verstarb in Magadan der große russische Dichter Osip Mandelstam.

1938-1939
Der Winter forderte im Kolyma-Gebiet vermutlich mindestens 40.000 Menschenleben; durch immer neue Transporte wurden aber die Verluste ausgeglichen und die Gesamtzahl der Häftlinge stieg sogar von 90.700 im Januar 1938 auf 138.200 im Januar 1939 an.

11.10.1939
Da die "Sterblichkeitsquote überschritten wurde" und das Plansoll an Abbau von Gold und anderen Rohstoffen nicht erreicht werden konnte, wurden Pawlow und Garanin ihrer Ämter enthoben; Garanin wurde darüber hinaus der "Spionage" beschuldigt, zu Tode verurteilt und erschossen.

1939-1940
In den Kolyma-Lagern trafen Transporte ein von schätzungsweise 7.600 bis 10.000 polnischen Bürgern; sie wurden von den "alteingesessenen" Häftlingen ferngehalten und zur Arbeit in die Gruben des entlegenen westlichen Teil Dalstrojs geschickt, wo die Arbeitsbedingungen besonders schwer und die Lebensgefahr besonders groß waren.

19.03.1941
Der Tätigkeitsbereich von Dalstroj wurde auf 2.266.000 qkm erweitert, was 10% der Gesamtfläche der UdSSR ausmachte; die Zahl der Kolyma-Häftlinge erreichte die Menge von 190.000; es waren dort außerdem 3.700 freie Mitarbeiter, hauptsächlich Ingenieure, Geologen und Techniker tätig.

1942-1944
Der Transport der neuen Häftlinge bereitete immer größere Schwierigkeiten, ein Teil der Häftlinge wurde an die Front geschickt, auch wurden weniger "Verbrecher" verhaftet. Die Folge davon war die sinkende Zahl der Kolyma-Häftlinge - im Januar 1944 waren es nurmehr 84.700. Die fehlenden Arbeitskräfte wurden durch andere Maßnahmen ausgeglichen: die Arbeitszeit betrug über 12 Stunden am Tag; da trotz Abberufung Pawlows das Regime nicht gelockert wurde, stieg die Sterblichkeitsquote an.

Oktober 1945
In Magadan wurde ein Lager für japanische Kriegsgefangene eingerichtet und dem Kombinat Dalstroj angeschlossen. Als es im September 1949 aufgelöst wurde, zählte es noch 3.500 Insassen.

28.02.1948
An dem Tag wurde ein Sonderlager Nr. 5 mit verschärftem Reglement gebildet; es war dem Dalstroj untergeordnet und im zentralen Teil seines Territorium gelegen, die Häftlinge wurden jedoch nicht in den Produktionsprozess von Dalstroj eingebunden.

20.09.1949
Zur Verbesserung der Organisation und einer effizienteren Ausbeutung der Arbeitskraft berief das Innenministerium der UdSSR einen Vorstand der Arbeitslager bei Dalstroj, dem 26 Lager unterstellt waren, die in den noch vor dem Zweiten Weltkrieg gebildeten elf Verwaltungseinheiten von Bergbau und Industriewerken tätig waren; der Vorstand dieser elf Verwaltungseinheiten sollte nunmehr auch über die ihnen unterstellten Lager das Kommando übernehmen. Diese Umstrukturierung ging nur zögernd vonstatten, von dem alten NKWD-Kader sabotiert.

1949-1952
Die Umstrukturierung wurde von Maßnahmen begleitet, die die Erhöhung der Häftlingszahl zum Ziel hatten. Die Zahl der Häftlinge stieg von 108.700 im Januar 1949 auf knapp 200.000 (genau waren es 199.726 Häftlinge) im Januar 1952 an. Damit wurde der Höchststand in der ganzen Geschichte von Dalstroj und Kolyma-Gebiet erreicht. Die Lebensbedingungen wurden - gemessen an der Kriegszeit - nur geringfügig erleichtert.

Mai 1952
Die 1949 eingeleitete Umstrukturierung der Kolyma-Lager wurde abgeschlossen. Der damalige Oberkommandant I.W. Mitrakow erstattete folgende Meldung: "Siewwost³ag wurde aufgelöst, Dalstroj funktioniert nunmehr als Hauptverwaltung aller Lager".

15.03.1953
Nach dem Tode Stalins wurde eine neue Partei- und Staatsführung berufen.

18.03.1953
Der Ministerrat der UdSSR fasste den Beschluss, Dalstroj dem Ministerium für Hüttenwesen und seine Lager der GULAG ("Hauptverwaltung der Arbeits- und Umerziehungslager") zu unterstellen, die dem Justizministerium beigeordnet war.

September 1953
Die Lager von Dalstroj übernahm die neugebildete Hauptverwaltung der Nordöstlichen Arbeits- und Umerziehungslager, die nach und nach den Strafvollzug abmilderte.

1954-1955
Es folgten Massenentlassungen der Häftlinge und Auflösung der Kolyma-Lager.

Nach Schätzungen kamen in den Gulags über 20 Millionen Menschen um, hauptsächlich Bürger der UdSSR; allein in den Kolyma-Lagern starben in den Jahren 1932-54 über eine Million Menschen.     


 

Józef Szajna, Zahlen

AUSCHWITZ

27.04.1940
Heinrich Himmler erteilte den Befehl, in der ehemaligen Kaserne in Auschwitz ein Konzentrationslager einzurichten.

04.05.1940
SS-Hauptsturmführer Rudolf Höss wurde zum Kommandanten des Konzentrationslagers Auschwitz ernannt.

20.05.1940
Unteroffizier der SS Gerhard Palitzsch brachte aus dem KZ Sachsenhausen 30 Kriminelle, deutsche Häftlinge in das KZ Auschwitz, um sie dort als Aufsicht (Kapos) einzusetzen.

14.06.1940
Der erste Transport, 728 Männer aus Tarnów, polnische politische Häftlinge, traf im KZ Auschwitz ein.

August 1940
Es wurde eine Strafkompanie gebildet, in die u.a. alle jüdischen Häftlinge und alle Priester abkommandiert wurden.

27.09.1940
Im KZ Auschwitz traf ein großer Transport aus Warschau (1705 Männer) ein; unter den Häftlingen befanden sich bedeutende polnische Intellektuelle und ein "freiwilliger" Gefangener, Leutnant Witold Pilecki, Gründer der ersten Untergrundorganisation im KZ Auschwitz.

22.11.1940
Die erste Hinrichtung polnischer Häftlinge: 40 Polen fanden sich auf der Liste, die von der Gestapo in Katowice zugeschickt worden war; ihre Hinrichtung sollte ein Vergeltungsakt für Überfälle auf deutsche Polizisten in Oberschlesien sein.

Januar 1941
Der Konzern IG Farben fasste den Entschluss, in Dwory bei Auschwitz ein Produktionswerk zur Herstellung vom synthetischen Kautschuk zu errichten.

16.07.1941
Der erste Transport sowjetischer Kriegsgefangener traf ein, alle wurden in einigen Tagen bei der Arbeit ermordet.

29.07.1941
Der polnische Häftling Pater Maksymilian Kolbe meldete sich freiwillig zum Hungertod im Todesbunker an Stelle eines dafür ausgelosten Mithäftlings.

wrzesieñ 1941
Es wurden an sowjetischen Kriegsgefangenen und an kranken polnischen Häftlingen die ersten Experimente mit Zyklon B als Mittel zum Massenmord mit Erfolg durchgeführt.

19.01.1942
Der Ist-Stand im KZ betrug 11.700 Häftlinge, in der überwiegenden Mehrheit Polen.

15.02.1942
Der erste Transport Juden (aus Bytom/Beuthen in Oberschlesien) traf im KZ Auschwitz ein und wurde unmittelbar nach Ankunft in der Gaskammer des Stammlagers vergast.

01.03.1942
Das Sonderlager für sowjetische Kriegsgefangene wurde liquidiert, die am Leben gebliebene Gruppe polnischer Häftlinge wurde in das im Bau befindliche Lager Birkenau verlegt.

20.03.1942
In Birkenau wurden in einem zu diesem Zweck umgebauten kleinen Haus Gaskammern in Betrieb genommen, die von dem sog. Sonderkommando bedient wurden, deren Aufgabe es war, die Leichen aus den Gaskammern zu entfernen und in Gruben zu verscharren.

26.03.1942
Der Transport von 999 jüdischen Frauen aus der Slowakei leitete eine lange Reihe jüdischer Transporte aus fast allen durch die Deutschen besetzten Ländern Europas ein; die Transporte organisierte das von Eichmann geleitete Referat IVB4 des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA), die im KZ Angekommenen wurden größtenteils in die Gaskammern geleitet.

30.03.1942
Der erste Transport der Juden aus Frankreich.

27.04.1942
In das KZ Auschwitz wurde der erste Transport polnischer Frauen, politischer Häftlinge eingeliefert.

30.05.1942
Prof. Clauberg unterbreitete Himmler den Vorschlag, an Frauen-Häftlingen im KZ Auschwitz Sterilisierungsexperimente vorzunehmen.

04.07.1942
Die erste Selektion der im KZ Auschwitz eingetroffenen jüdischen Männer fand statt: den Teil der Männer, die man für arbeitsfähig befand, leitete man ins Lager, die anderen in die Gaskammern.

17.07.1942
Die ersten Transporte der Juden aus Holland.

02.08.1942
An dem Zementwerk in Goleszów wurde das erste Nebenlager des KZ Auschwitz eingerichtet, mit der Zeit hat man 40 solche Lager an verschiedenen Industriebetrieben Oberschlesiens geschaffen.

08.08.1942
In einem der Transporte aus Holland traf in Auschwitz die Karmelitin Edith Stein ein und wurde in der Gaskammer getötet.

28.10.1942
Der erste Transport von 2000 Juden aus dem Getto in Theresienstadt im Protektorat Böhmen und Mähren kam in Auschwitz an; 90% der Menschen kamen in den Gaskammern um.

30.10.1942
Um den Bedarf der IG Farben-Werke an Arbeitskräften zu decken, schuf man das Nebenlager in Monowitz, in dem zunächst 800 Häftlinge gehalten wurden. Im Jahre 1944 wuchs die Zahl auf einige Tausend an.

03.12.1942
Der erste Transport der Roma wurde unmittelbar nach Ankunft vergast.

13.12.1942
Der erste Transport von Polinnen und Polen aus dem Zamo¶æ-Gebiet, das nach den Plänen Himmlers zur Besiedlung durch deutsche Kolonisten bestimmt war, traf in Auschwitz ein.

23.02.1943
Die Kommandantur führte zur Identifizierung aller Häftlinge die Eintätowierung der Lagernummer ein, die seit 1942 nur an Juden vorgenommen worden war.

26.03.1943
Die von Himmler angeordnete Deportation (Erlass vom 29.01.) aller Roma aus dem Reich und aus einigen der besetzten Länder in das KZ Auschwitz wurde eingeleitet; die Roma wurden in das Zigeunerfamilienlager BIIe in Birkenau eingewiesen. Am 23.03. wurde aber der ganze Transport von 1700 Roma, ohne durch die Registratur aufgenommen zu werden, in die Gaskammern geschickt.

03.04.1943
Die SS-Baukolonne im KL Auschwitz übergab in Birkenau zur Inbetriebnahme zwei Krematorien (IV und V) mitsamt den dazu gehörigen Gaskammern.

30.05.1943
Der SS-Mann, Dr. Mengele wurde im Zigeunerlager als Lagerarzt eingesetzt und begann, an Roma- und jüdischen Kindern medizinische Experimente durchzuführen.

07-08.1943
In dem im Ausbau begriffenen Lager Birkenau (Auschwitz II) wurden weitere Nebenlager geschaffen und zwar eine Quarantäne-, eine Krankenhaus-Abteilung, und eine Abteilung für den Arbeitseinsatz.

01.11.1943
Die Zahl der männlichen und weiblichen Häftlinge im KZ betrug insgesamt 87.600, davon waren infolge verschiedener Krankheiten 17% arbeitsunfähig.

April 1944
Angesichts der herannahenden Ostfront wurde der erste Transport von zweitausend Häftlingen aus dem KZ Lublin (Majdanek) westwärts nach Auschwitz verlagert; zu gleicher Zeit begann die Verschickung arbeitsfähiger Auschwitz-Häftlinge zum Arbeitseinsatz ins Kernland des Dritten Reiches.

14.04.1944
Die Aufklärung der Alliierten fotografierte zum ersten Mal das KZ Auschwitz und die IG Farben-Werke aus der Luft; Großbritannien und die USA wurden von der Polnischen Untergrundbewegung, die auch im Lager tätig war, sowie von Wetzler und Vrba, zwei aus dem Lager geflüchteten slowakischen Juden, über die Vernichtung der Juden informiert. Die ersten Informationen wurden den Alliierten bereits 1942 von dem deutschen antinazistisch eingestellten Industriellen Schulte übermittelt.

02.05.1944
Im KZ Auschwitz trafen die ersten zwei Transporte der ungarischen Juden, 2.800 Frauen und Männer ein, von denen ca. 2.000 (70%) unmittelbar nach Ankunft in den Gaskammern liquidiert wurden.

11.07.1944
Die Deportation der ungarischen Juden wurde abgeschlossen; von den 437.000 Deportierten fanden 300.000 in Auschwitz den Tod.

02.08.1944
Von den 20.000 Insassen des Zigeunerlagers starben die meisten an den unmenschlichen Lebensbedingungen und an verschiedenen Krankheiten, am Leben blieben ca. 4.300 Menschen. 1327 arbeitsfähige Menschen wurden zum Arbeitseinsatz ins Reich verbracht, die übrigen 3.000 alte und kranke Menschen sowie Frauen und Kinder wurden in einer Nachtaktion vergast.

12.08.1944
Nach Auschwitz kam der erste Transport der Zivilbevölkerung aus Warschau, die nach Ausbruch des Warschauer Aufstandes verhaftet und zunächst in Pruszków festgehalten worden war.

15.08.1944
Es kam ein Transport Juden aus dem in Lodz aufgelösten Getto an; die Mehrzahl der Angekommen wurde gleich in die Gaskammern geschickt.

13.09.1944
Die Alliierten bombardierten die IG Farben-Werke bei Auschwitz; dem Luftangriff fielen einige SS-Leute und 40 Häftlinge zum Opfer; die Luftwaffe der Alliierten unternahm nicht einen einzigen Versuch, die Gaskammern und Krematorien in Birkenau zu zerstören.

07.10.1944
Aus Angst, dass sie bald liquidiert werden, entfachten die Häftlinge aus dem einige Hundert Menschen starken Sonderkommando eine Meuterei, die blutig niedergeschlagen wurde; im Kampf fielen 250 Häftlinge, die 200 am Leben gebliebenen wurden erschossen.

November 1944
Man stellte die Tötung mit dem Gas Zyklon B ein; die Gaskammern und die Krematorien wurden nach und nach abgerissen, die letzten Bauten dieser Art wurden am 26.01.1945 gesprengt.

15.01.1945
Die Zahl der Häftlinge im KZ Auschwitz betrug 66.800 Menschen, die Hälfte der Häftlinge wurde in Monowitz und in anderen Nebenlagern festgehalten.

18.01.1945
Der letzte der durch die Registratur erfassten Häftlinge, ein Deutscher, Marketsch, bekam die Lagernummer 202499.

19-21.01.1945
Das Stammlager, Birkenau und die Nebenlager wurden nach und nach geräumt; die letzten langen Kolonnen einiger Hundert männlicher und weiblicher Häftlinge werden in langen Märschen in Richtung Wodzis³aw ¦l±ski getrieben, von dort aus wurden sie mit der Bahn in das KZ Mauthausen geschickt; unterwegs starben viele an Entkräftung, andere wurden erschossen.

27.01.1945
Nach erfolgreichen Kämpfen, die das Leben von 231 sowjetischen Soldaten gefordert haben, befreiten die Sowjets das Lager Monowitz und kurz darauf das Stammlager sowie Birkenau; Militärärzte erteilten den im Lager verbliebenen kranken Häftlingen eine sofortige Hilfe.

In Auschwitz kamen ca. 1,5 Millionen Menschen ums Leben, unter ihnen waren eine Million Juden, 140 000 Polen, 20 000 Zigeuner, 10 000 sowjetische Kriegsgefangene und einige Tausend Häftlinge aus anderen europäischen Ländern.      

Erstellt von: Wac³aw D³ugoborski      


 

Józef Szajna, Grabstein für den Militarismus

Balkankonflikt

1989-1990
Nachdem die jugoslawische Polizei den albanischen Demonstrationen gewaltsam ein Ende gesetzt hatte, verlor das Kosovo den Status einer autonomen Provinz und wurde der Belgrader Verwaltung unmittelbar unterstellt.

Juni 1991
Kroatien und Slowenien erklärten ihre Unabhängigkeit und traten aus der jugoslawischen Föderation aus. Im Gegenzug griff die jugoslawische Armee Slowenien an, zog sich aber nach zehn Tagen Krieg zurück.

Juli 1991
Die Auseinandersetzungen in Kroatien, zu denen es zwischen den Kroaten und den von jugoslawischen Streitkräften unterstützten Serben immer wieder kam, weiteten sich zu einem regulären Krieg aus.

Februar 1992
Bosnien und Herzegowina erklärten ihre Unabhängigkeit, daraufhin bildeten die Bosnien-Serben ihren eigenen Staat; es kam dort zu ersten Kampfhandlungen.

April 1992
Die Bosnien-Serben belagerten Sarajevo, die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina.

Mai 1992
Die UNO verhängte über die noch in der jugoslawischen Föderation verbliebenen Serbien und Montenegro Sanktionen mit der Begründung, in Bosnien und Herzegowina den Kriegsausbruch provoziert zu haben.

Januar 1993
Die Unterhändler Cyrus Vance und Lord David Owen legten den Plan vor, Bosnien und Herzegowina nach dem ethnischen Prinzip in zehn Provinzen aufzuteilen; der Plan wurde von Bosnien akzeptiert, von den Bosnien-Serben aber verworfen.

März 1993
In Herzegowina brachen zwischen Kroaten und den Muslimen Kämpfe aus; die Bosnien-Kroaten beschlossen, auch für sich einen Staat zu gründen, das sog. Herzeg-Bosnien.

April 1993
Der Sicherheitsrat der UNO bestimmte für die Muslime in Bosnien sechs "Sicherheitszonen", und zwar Sarajevo, Tuzla, ¯epa, Gora¿de, Bihaæ und Srebrenica.

Juli 1993
In Genf wurde betreffs Bosnien und Herzegowina eine Einigung erzielt über die Bildung von drei ethnischen Staaten: dem serbischen, dem kroatischen und dem moslemischen; weitere Verhandlungen scheiterten daran, dass die Bosnien-Serben den Waffenstillstand brachen.

Februar 1994
Ein Mörsergeschoss schlug auf einem Marktplatz im Zentrum von Sarajevo ein und tötete über 60 Menschen, 200 weitere wurden verletzt; einige Tage später stellte die NATO den Bosnien-Serben unter Androhung von Luftangriffen die ultimative Forderung, aus den Anhöhen um Sarajevo die schweren Artilleriegeschütze zurückzuziehen.

März 1994
Die Regierung Bosniens und Vertreter der Bosnien-Kroaten stimmten den von den Amerikanern ausgehandelten Friedensbedingungen zu und setzten somit dem moslemisch-kroatischen Krieg ein Ende.

Mai 1994
Es wurde wieder einmal ein Friedensplan verkündet, der eine Aufteilung von Bosnien und Herzegowina vorsah; die Regierung Bosniens akzeptierte diesen Plan, die Bosnien-Serben verwarfen ihn.

Mai 1995
Die Bosnien-Serben beugten sich nicht der NATO-Forderung und zogen ihre schweren Geschütze aus den Anhöhen um Sarajevo nicht zurück, daraufhin machte die NATO ihre Drohung wahr und griff aus der Luft militärische Stellungen der Serben in Bosnien an; die Serben hingegen beschossen die "Sicherheitszonen", in Tuzla fielen 70 Menschen einem Artilleriebeschuss zum Opfer.

Juni 1995
Die Bosnien-Serben erstürmten die Stadt Srebrenica, die von der UNO zur Sicherheitszone erklärt war.

Juli 1995
Die Bosnien-Serben eroberten die nächste "Sicherheitszone", Zepa, aus der Tausende Bewohner panikartig flüchteten.

August 1995
Die kroatische Armee setzte zu einem blitzartigen Gegenschlag an und nahm die sich bisher in serbischer Hand befindliche Krajina und einen Teil Slawoniens ein; Tausende Serben flüchteten vor den Kroaten nach Serbien; die amerikanische Diplomatie setzte ihre Bemühungen fort, einen neuen Friedensplan für Bosnien und Herzegowina auszuarbeiten; NATO-Flugzeuge griffen serbische militärische Ziele in Bosnien an.

September 1995
In Verhandlungen wurde bei Beibehaltung einer gemeinsamen Staatlichkeit eine neue Aufteilung von Bosnien und Herzegowina in einen kroatisch-muslimischen und einen serbischen Teil vereinbart; die kroatischen und muslimischen Streitkräfte eroberten in einem gegen die Serben geführten Angriff Gebiete im Norden und Westen Bosniens; die NATO stellte ihre Luftangriffe gegen die Bosnien-Serben ein, nachdem diese ihre schwere Artillerie aus der Umgebung von Sarajevo zurückgezogen hatten.

November 1995
Die Friedensverhandlungen (unter Teilnahme der Präsidenten von Kroatien, Serbien und Bosnien), die in dem militärischen Stützpunkt Dayton im Bundesstaat Ohio in den USA geführt wurden, endeten mit einer Einigung, die die Gründung einer moslemisch-kroatischen Föderation und einer serbischen Republik in Bosnien und Herzegowina vorsah; es wurde ferner vereinbart, dass der bisher von Serben kontrollierte Teil Slawoniens an Kroatien abgetreten wird; der Anführer der Bosnien-Serben Radovan Karadiè und General Ratko Mladiè wurden vom Internationalen Gerichtshof des Völkermordes beschuldigt.

Herbst 1997
In Pristina, in der Hauptstadt des Kosovo, demonstrierten albanische Studenten, um der Forderung nach Wiedereinführung der albanischen Sprache an den Schulen Nachdruck zu verleihen; die serbische Polizei trieb die Demonstranten brutal auseinander. Die von Ibrahim Rugova, dem geistigen Anführer der Albaner, bisher vertretene Position eines friedlichen Widerstands und des Aufbaus einer Zivilgesellschaft im Untergrund verlor zusehend an Popularität zugunsten der durch die UCK (Armee zur Befreiung vom Kosovo) propagierten nationalistischen Parolen.

1998
Die UCK initiierte Kriegshandlungen gegen die im Kosovo ansässigen Serben, in deren Ergebnis in Drenica das sog. "befreite Territorium" von der UCK freigekämpft wurde; die jugoslawischen Streitkräfte und die Polizei starteten eine Gegenoffensive gegen die UCK-Kämpfer und gingen dabei sehr brutal vor, indem sie zahlreiche Häuser in Brand setzten und ganze Dörfer unter Beschuss nahmen; es kam zu Gefechten an der albanisch-serbischen Grenze; die UCK "erklärte den Kriegszustand", Tausende Flüchtlinge suchten Schutz in den Wäldern.

24 März 1999
Nachdem die von den EU-Staaten angeregten Friedensverhandlungen zwischen den Serben und den Anführern der Kosovo-Albaner auf dem Schloss Rambouillet in Frankreich gescheitert waren, startete die NATO Luftangriffe gegen strategische Ziele in Jugoslawien; Russland brach die weitere Zusammenarbeit mit der NATO ab. Die UNO erklärte die Intervention der NATO für gerechtfertigt.

3 Juni 1999
Jugoslawien akzeptierte den ihm durch internationale Vermittler vorgelegten Friedensplan, der folgende Punkte umfasste: Stationierung internationaler Streitkräfte, der "Blauhelme", im Auftrag der UNO im Kosovo; Einstellung jeglicher Gewaltanwendung und Rückzug der jugoslawischen Armee aus dem Kosovo; Entwaffnung der UCK; sichere Rückführung der Flüchtlinge; Einsetzung einer vorübergehenden Verwaltung im Kosovo gemäß dem Beschluss der UNO und Autonomie für das Kosovo bei "Wahrung der territorialen Integrität Jugoslawiens".

10 juni 1999
Die jugoslawische Armee trat den Rückzug aus dem Kosovo an und die NATO stellte ihre Luftangriffe ein. So ging der erste Krieg für die Wahrung der Menschenrechte in Europa seinem Ende zu.

Der Balkankonflikt forderte über 200 000 Menschenopfer. Einige Tausend Frauen wurden brutal vergewaltigt, ihre Männer und Söhne wurden geschlagen und gefoltert. Ein halbes Jahrhundert nach Abschluss des Zweiten Weltkrieges entstanden in Europa, und zwar auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens, wieder Konzentrationslager. Als/Im Ergebnis der ethnischen Säuberungen sind ca. zwei Millionen Menschen obdachlos geworden und wurden Flüchtlinge gezwungen..    

Im Zuge der Kriegshandlungen im Kosovo und in Jugoslawien mussten 800.000 Albaner und über 160.000 Kosovo-Serben ihre Häuser verlassen. Es sind auch - je nach Schätzungen - 500 bis 2000 Zivilisten ums Leben gekommen.    

Erstellt von: Jan Piek³o        






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